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Kein Sperrgebiet mehr: Marinebasis und Bernsteintagebau
Ausflug nach Baltijsk (Pillau) und Jantarny (Palmnicken)
Das Samland schiebt sich wie eine Faust zwischen Frischem und Kuhrischem Haff in die Ostsee vor. Berühmt wurde die Halbinsel durch ihren Bernsteinreichtum – nirgends sonst findet sich das Gold der Ostsee in solchen Massen wie hier. Der Bernsteinort Jantarny (Palmnicken) war daher lange ein Sperrgebiet im Sperrgebiet – selbst Einwohner des Kaliningrader Gebiets durften ihn nur mit Sondergenehmigung betreten. Am südlichen Zipfel des Samlandes aber versteckt sich eine Stadt, die auch nach der Öffnung Kaliningrads ein abgesicherter Ort blieb: Wer Baltijsk (Pillau) besuchen will, benötigt einen Passierschein.

Es liegt eine Stadt am Baltischen Meer, sie führt im Wappen den silbernen Stör, ein Schwedenköngig hat sie gepflanzt, ein Preußenkönig hat sie verschanzt. So lautet die Kurzfassung der Stadtgeschichte in einem alten Pillauer Lied. Seine außerordentilche strategische Bedeutung erhielt die Stadt erst um 1500, als zwei Stürme die Frische Nehrung durchbrachen und den Durchbruch schiffbar machten. über Nacht erhielten die kleinen Schifferdörfer am Pillauer Tief eine eminente Bedeutung – von hier aus ließsich das gesamte Hinterland kontrollieren. Bei dem im Lied besungenen Schwedenkönig handelt es sich um Gustav Adolf, der hier mit seiner Flotte 1626 landete und eine Festung anlegte. Nach dem Abzug der Schweden wuchs die Seestadt unter den Brandenburgischen Kurfürsten zu einer der stärksten Festungen Ostpreußens heran. Als Militärhafen der sowjetischen und später russischen Ostseeflotte blieb Baltijsk auch nach der Öffnung des Kaliningrader Gebiets 1991 eine gesperrte Sonderzone. Da Baltijsk nach St. Petersburg die größte Marinebasis der russischen Föderation ist, zögerte das Flottenoberkommando in der ehemaligen Königsberger Oberpostdirektion auch nach der politischen Wende lange Zeit, bevor es sich dazu durchrang, die Stadt für westliche Besucher zu öffnen.

Nachdem die Stadt 1945 fast vollständig zerstört wurde, existieren heute nur noch einzelne Wahrzeichen und Zeugnisse des historischen Pillaus. Zu ihnen zählen die Lotsenhäuser, das alte Hafenamt und das Wahrzeichen der Stadt, der 1813 nach Plänen Schinkels erbaute rot−weiße Leuchtturm. Auch der Lotsenturm am Hafeneingang ist in all seiner Wuchtigkeit noch intakt. Im ehemaligen Pillauer Amtsgericht informiert ds Musej Bojewoj Slawy Baltiskowo Flota (Museum der Baltischen Flotte) über die Geschichte der Ostseemarine und der Stadt Pillau/ Baltijsk. Am Ende eines Spazierganges auf der zwei Kilometer langen Nordermole erreicht man den Molenkopf, wo ein Richtfeuer den Schiffen das Fährwasser weist. Bei guter Sicht kann man von hier aus in der Ferne Jatarnyj (Palmnicken) erblicken. Zunächst aber geht es zurück zum Hafen. Nachdem im Sommer 2001 das Verbot für Touristen aufgehoben wurde, die Baltijskaja Kossa (Frische Nehrung) zu besuchen, kann man mit einer Sondergenehmigung unweit des Denkmals Peter des Großen eine Fähre besteigen und übersetzen. Beim Verlassen der Fähre betritt man eine andere Welt, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Am Strand finden sich die überreste einer zweiten Festung Gustav Adolfs, etwas weiter dann im Zerfall begriffene alte Kasernen und die alten deutschen Flugzeughangars mit der warnenden Inschrift Rauchen verboten. Daneben hat sich aber in dem seit Jahrzehnten als Militärsperrgebiet isolierten Gebiet ein einzigartiges Ökosystem erhalten. Bei guten Wetter genießen Sie mit Ihrem guide ein russisches Picknick in der unberührten Natur, bei ungünstiger Witterungslage setzen Sie wieder nach Pillau über, um sich dort kulinarisch zu stärken.

Im Bus geht es in ein weiteres Sperrgebiet, das westliche Reisende nur mit Sondergenehmigung betreten dürfen. Jahrhundertelang war Palmnicken ein einsam gelegener Gutshof, dessen Bedienstete neben ihrer eigentlichen Arbeit Bernstein sammeln mussten. Das sogenannten Bernsteinregal, eine Art Handelsmonopol, aber besaßder Deutsche Orden, dem sie ihre Fundstücke gegen eine nur geringe Vergütung aushändigen mussten. Revolutionär war da die Tat der Firma Stantien & Becker, die 1872 bei Palmnicken das erste und weltweit einzige Bernsteinbergwerk einrichtete. Seitdem ist der Ort, der heute Jantarny heißt, weltberühmt geworden. Für die zahlreichen Badegäste, die Anfang des 20. Jahrhunderts den Ort besuchten, war die Besichtigung der Bernsteinwerke ein absolutes Muss. Als die Russen nach Kriegsende die Bernsteinförderung wieder aufnahmen, erklärten sie die Stadt und den Grenzstreifen der Küste schon bald zum Sperrgebiet – die Verlockung fér ihre Bevölkerung, auf eigene Faust nach Bernstein zu suchen, erschien der sowjetischen Regierung offenbar als unzumutbar groß. Das Heimatmuseum von Jantarny steht denn auch ganz im Zeichen des Bernsteins, den man hier in riesigen Formaten und in zahlreichen Farbtönen bewundern kann. Bevor Sie zurück nach Kaliningrad fahren, geht es erst einmal bergab – in die Karrjer Jantarja (Bernsteintagebau). Das gesamte Gelände ist streng bewacht. Führungen müssen angemeldet werden und sind meist nur in Gruppen möglich. Hier wird die sogenannte Blaue Erde abgebaut, auf der die ganze Stadt Jantarja gebaut ist. Anschließend werden die Bernsteinbrocken wie Rosinen aus dem Kuchen aus ihr herausgepickt.

Ihr deutschsprachiger Guide holt Sie morgens in Ihrem Hotel ab und begleitet sie sach− und fachkundig auf diesem ganztägigen Ausflug. Er kümmert sich vorab um die notwendigen Passierscheine und Sondergenehmigungen und erläutert Ihnen die Besonderheiten der Geschichte der See− und der Bernsteinstadt.
Ausflug nach Baltijsk (Pillau) und Jantarny (Palmnicken)
inkl. Baltisches Museum, Mittagessen, Bootsfahrt (Preise in Euro)
Teilnehmeranzahl z.B. 1 Pers. 2 Pers. 3 Pers. 5 Pers. ab 10 Pers.
Preis pro Person 180,− 115,− 89,− 79,− auf Anfrage
Tel.: + 49 (0) 30 787 797 − 0 • Fax: − 11 • Mo.− Fr. 10 − 18 Uhr •  info@eastline−reisen.de   •  Impressum
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