|
Die Exkursion in den ehemaligen Landkreis Heiligenbeil im westlichen Teil Ostpreußens am Frischen Haff ist eine Reise zum Anfangs−
und Endpunkt ostpreußischer Geschichte. Als die ersten Ordensritter 1238 über das Frische Haff kamen, errichteten sie in Balga
auf den Trümmern einer eroberten Pruzzenfeste eine ihrer ersten Burgen, die in späteren Jahrhunderten eines der großen
Wahrzeichen Ostpreußens wurde. Zum Symbol des Untergangs einer jahrhundertealten Kulturlandschaft wurden 700 Jahre später eben
hier die Bilder endloser Flüchtlingskolonnen. Das Dorf Balga und rund 40000 Flüchtlinge überstanden die schweren Kämpfe
Anfang 1945 nicht: Gegen den erbitterten Widerstand der Wehrmacht, die möglichst vielen Ostpreußen den Fluchtweg über das
zugefrorene Haff offenhalten wollte, schloss die Rote Armee den Ring um Königsberg. Dabei wurden die endlosen Kolonnen eingekesselt, und
die Flüchtlinge kamen auf grausame Weise ums Leben. In Uschakowo, dem ehemaligen Brandenburg, finden sich die Ruinen der namenstiftenden Ordensburg, die Markgraf Otto III. von Brandenburg hier 1266 auf einem Feldzug gegen die Pruzzen als massive Festung anlegen ließ. Vom nahegelegenen Fischerhafen von Uschakowo aus haben Sie die Gelegenheit, die Gewässer zu befahren, über die in jenem Jahrhundert die ersten Ordensritter nach Ostpreußen gelangten. Auf dem Weg nach Balga befindet sich in Laduschkin (Ludwigsort) einer der ältesten Bäume Mitteleuropas. Eine etwa 900 Jahre alte Eiche wächst versteckt im Hof einer Molkerei. Bei der Siedlung Wesjoloje schließlich erreicht man den Ort, an dem das Dorf Balga vor knapp 60 Jahren dem Stalingrad Ostpreußens zum Opfer fiel. Hier finden sich die überbleibsel einer der ersten Ordensburgen aus dem 13. Jahrhundert. Wie organisierte Grabräuber beweisen, lohnt sich hier auch die Suche nach überbleibseln aus jüngerer Zeit. Die ganze Umgebung ist ein großer Friedhof – hier starben 40000 Menschen auf der Flucht von Ostpreußen heim ins Reich. Ihre letzte Ruhestätte wird jeden Sommer wieder gestört, wenn Grabräuber nach verscharrten Kriegstoten und verwertbaren Relikten jedweder Art suchen. In der Ruine der alten Pfarrkirche von Balge haben dagegen russische und deutsche Jugendliche nach der öffnung des Kaliningrader Gebiets als Zeichen der Versöhnung und der gemeinsamen Trauer um die Gefallenen in gemeinschaftlicher Arbeit eine Gedentstätte angelegt. In Heiligenbeil selbst, das heute Momonowo heißt, blieb nach den schweren Kämpfen des Heiligenbeiler Kessels kaum ein Stein auf dem anderen. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen und dem Kriegsende wurde Ostpreußen am 17. Oktober 1945 formell aufgeteilt. Alles, was südlich der horizontalen Linie von Heiligenbeil bis Robitten lag, wurde Polen zugeschlagen. Alles, was nördlich davon lag, kam unter sowjetische Verwaltung. Die letzten im sowjetischen Teil noch verbliebenen Deutschen wurden 1948 ausgewiesen, zahlreiche Dörfer ausradiert und das Gebiet langsam durch Russen besiedelt. Heute hat Heiligenbeil wieder eine gewisse Größe erreicht. Von der ostpreußischen Vergangenheit zeugt heute noch der 1888 erbaute Bahnhof und das alte Postamt, an dessen Giebel bis heute das preußische Posthorn prangt. Erst im Frühsommer 2003 konnten die heutigen russischen Bewohner der Stadt ihre erste russisch−weißrussische orthodoxe Klirche einweihen. Baumeister aus Minsk errichteten das mit vergoldeten Zwiebeltürmen geschmückte Gotteshaus im Stil altslawischer Holzbauweise. Ihr deutschsprachiger Guide holt Sie in Ihrem Kaliningrader Hotel ab und begleitet Sie auf diesem Ausflug in die Vergangenheit. Er führt Sie in die historischen Zusammenhänge der geschichtsträchtigen Stätten ein und erläutert Ihnen auch die jüngste Vergangenheit und Gegenwart des ehemaligen Heiligenbeiler Landkreises. |
|
Ausflug nach Heiligenbeil inkl. Essen, Bootsfahrt (Preise in Euro) |
|||||
| Teilnehmeranzahl z.B. | 1 Pers. | 2 Pers. | 3 Pers. | 5 Pers. | ab 10 Pers. |
| Preis pro Person | 175,− | 105,− | 89,− | 75,− | auf Anfrage |
| Tel.: + 49 (0) 30 787 797 − 0 • Fax: − 11 • Mo.− Fr. 10 − 18 Uhr • info@eastline−reisen.de • Impressum |
| Home |
| Kaliningrad |
| Hotels |
| Kultur/Freizeit |
| Heiligenbeil |
| Flug/Anreise |
| Visum |
| Reisespecials |
| Anfrage |